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ESE beim Symposium Test4Rail 2015 des DLR und der ITS

ESE beim Symposium Test4Rail 2015 des DLR und der ITS

Am 14. und 15. Oktober 2015 war die ESE zum zweiten Mal als Teilnehmer beim Symposium Test4Rail zu Gast. Thema dieses Symposiums war die Effizienzsteigerung des Systemtests von Komponenten und Systemen im Schienenverkehr durch Anwendung modellbasierter Verfahren und formaler Methoden.

In einem Pre-Symposium stellten Vertreter der Universität Bremen, der Universität Aalborg (Dänemark) und der Industrie (Prover Technology, Schweden) ihre in der Praxis erprobten Ansätze zum Testing auf Basis formaler Methoden vor.

Keynote Speaker Marc Antoni von der Union Internationale Des Chemins De Fer (UIC) stellte die Notwendigkeit der Aufwandsminimierung des Testings Software-basierter Systeme im Schienenverkehr heraus, um den Anforderungen der Modernisierung, Kapazitätsausweitung und Beschleunigung des Schienenverkehrs überhaupt in akzeptabler Zeit und mit überschaubaren Kosten folgen zu können. Formale Methoden können dabei helfen, und die UIC treibt mit ihren Projekten die Formalisierung bereits von der Anforderungsdefinition an voran.

Der Rest des ersten Tages bot eine Vielzahl von eindrucksvollen Berichten von Eisenbahn-Gremien, Technik-Anbietern und Consulting-Unternehmen, die zeigten, dass modellbasierte Verfahren und formale Methoden im Testing heute einen zwar wachsenden, aber faktisch noch immer inselartigen Charakter im Projektgeschäft haben. Eine Durchgängigkeit formaler Methoden konnte in der Praxis nicht gezeigt werden.

Keynote Speaker des zweiten Tages, Ben Möbius vom Verband der Bahnindustrie in Deutschland e.V. (VDB), zeigte neben dem Thema des Tages auch auf, dass Innovation im Schienenverkehr auch außerhalb der im Fokus stehenden Signalling-Lösungen Raum greifen muss, um die Akzeptanz und Attraktivität des Verkehrsmittels Bahn zu steigern: leisere Fahrzeuge, Internetzugriff im gesamten Personenverkehr, bessere und durchgängige Passagierinformation.

Neben weiteren Schienenverkehrs-orientierten Fachvorträgen bot der zweite Tag einen interessanten Ausblick auf andere technische Arbeitsfelder wie die Datensicherheit in Car2Car und Car2X Kommunikationen im Straßenverkehr und den Systemtest in der Energie-Erzeugung.

Die interessanteste Session war – wen wundert’s – die Abendveranstaltung, zu der Karsten Lemmer, Leiter des Instituts für Verkehrstechnik des DLR eingeladen und das die ITS mit der nach einem langen Tag nötigen Stärkung von Körper und Geist ausgestattet hatte. Fragen, die sich aus der Gesamtschau der Vorträge des Tages gebildet hatten, und der Austausch zwischen Gremien, Industrie und Consulting standen im Vordergrund der Gespräche im Testlabor der DLR. Ausgestellt und ausführlich erläutert wurden die Systemtestanlage für das European Train Control System ETCS, der ETCS-Fahrsimulator und ein innovativer Bedientisch mit Touch-Oberfläche für Steuerzentralen, auf dem verschiedene bediener-optimierte Bedienoberflächen für Operationskontrollsysteme ein- und darstellbar sind.

Für die ESE konnten wir mitnehmen, dass wir mit verschiedenen Themen im Testing und in der Entwicklung von Software-Komponenten für den Schienenverkehr in der vordersten Front und an den modernsten System und Verfahren tätig sind. In der Folge der Gespräche werden wir die Arbeit mit der UIC und den Instituten vertiefen und weitere praxisnahe Erkenntnisse für unsere Kunden daraus ziehen.

Hintergrundinformation Test4Rail

Zum zweiten Mal nach 2013 haben das Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und die Vereinigung Intelligente Transport- und Verkehrssysteme und -dienste Niedersachsen e.V. das Symposium Test4Rail ausgerichtet.

Zielsetzung der Veranstaltung ist die Identifikation und Diskussion neuer Ansätze zur Optimierung von Testaufgaben sicherheitskritischer, Software-basierter Systeme des Schienenverkehrs.

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