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Dr.-Ing. Lars Schnieder als Gast bei der Podiumsdiskussion Auto[nom]Mobil Safety Week

Im Rahmen des Expertendialogs resümierten Branchenexperten verschiedener Disziplinen den fachlichen Schwerpunkt „Regulatorik, Sicherheitsnachweis und Risikobilanz“ zum automatisierten Fahren. Herr Prof. Klaus Kompaß, Leiter Fahrzeugsicherheit der BMW Group moderierte die Diskussion. Als Teilnehmer war auch PD Dr.-Ing. habil. Lars Schnieder, Geschäftsführer der ESE Engineering und Software-Entwicklung GmbH, geladen worden, um über zukünftige Zulassungsprozesse für das hochautomatisierte Fahren (HAF) zu berichten.

Seit zwei Jahren beraten die Experten der ESE GmbH die BMW Group hinsichtlich der Ausrichtung zukünftiger Zulassungsprozesse für das hochautomatisierte Fahren (HAF). Im Projektverlauf stellte sich heraus, dass die Zulassungsprozesse der Arzneimittelsicherheit eine vielversprechende Analogie für die Typgenehmigung hochautomatisiert fahrender Fahrzeuge darstellen. Dr. Schnieder verdeutlichte in seinem Beitrag zur Diskussionsrunde, dass unter Berücksichtigung der verschiedenen Zulassungsmaßstäbe für das HAF der Vergleich mit der Sicherheitsleistungsfähigkeit des menschlichen Fahrers als „Referenzsystem“ der vielversprechendste Ansatz ist. Dies ließe sich dadurch begründen, dass für das hochautomatisierte Fahren zum aktuellen Zeitpunkt noch kein Stand der Technik als Maßstab des rechtlich Gebotenen existiert.

Im Weiteren wurde in der Diskussionsrunde das Produkthaftungsrecht thematisiert. Es wurde deutlich, dass Automobilhersteller ihre Kunden mit einem, durch immer komplexer werdende Automatisierungsfunktionen, zunehmend erklärungsbedürftigen Produkt nicht alleine lassen dürfen. Darüber hinaus sehen die Experten einen Bedeutungszuwachs der Beobachtung der tatsächlich, nach Inverkehrbringen der Fahrzeuge im Straßenverkehr, realisierten Sicherheitsleistungsfähigkeit, denn durch die Komplexität der Algorithmen und Verkehrssituationen können nicht alle möglichen Verkehrssituationen vorab getestet werden. Auch das Selbstverständnis der Zulassungs- und Aufsichtsbehörde müsse sich zukünftig an gestiegene Anforderungen anpassen.

Weitere Aspekte der Diskussion umfassten Teststrategien für neue Fahrzeug- und Automatisierungskonzepte. Hierbei verdeutlichte Herr Prof. Lothar Wech von der Hochschule Ingolstadt aktuell bestehende Herausforderungen für den Nachweis der passiven Sicherheit (Crashfestigkeit) neuartiger Fahrzeugkonzepte, die bei zulässigen Nebenaufgaben auch andere Sitzpositionen von Fahrern und Beifahrern ermöglichen. Ebenfalls wurden zukünftige Anforderungen an den Aufbau und Betrieb von Testfeldern für die Absicherung hoch automatisierter Fahrzeuge diskutiert. Hierbei bestand Konsens darin, dass die Entwicklung einer einheitlichen Absicherungsstrategie eines konzertierten Zusammenwirkens aller Beteiligter in der Automobilindustrie bedarf.

Zum Abschluss des Expertendialogs vertrat Herr Prof. André Seeck, Bundesanstalt für Straßenwesen die Ansicht, dass die Deutsche Automobilindustrie grundsätzlich auf einem guten Wege sei, auch wenn der Zugang zu Fahrzeugdaten in Deutschland durch eine starke Betonung datenschutzrechtlicher Belange erschwert wird.

 

Über die SafetyWeek: Seit 2003 findet die SafetyWeek jährlich als Treffpunkt für die Fahrzeugsicherheitsbranche statt. Die Konferenz bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich über die aktuellen Entwicklungen zu informieren, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. In diesem Jahr findet die SafetyWeek vom 01. bis 03. September in Würzburg statt.