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VDE 8: Von der ESE GmbH entwickelte Software ist Teil der modernsten Bahnstrecke Deutschlands

Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (kurz: VDE) sind Bauprojekte, die nach der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland entstanden. Ihr Ziel ist es, die Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland nachhaltig zu verbessern und positive Auswirkungen auf die Regionalplanung und Infrastruktur in den neuen Bundesländern zu haben. Insgesamt gibt es 17 Projekte, getrennt nach den Bereichen Schiene, Autobahn und Wasserweg, von denen die meisten bereits abgeschlossen sind.

Verkehrsprojekte Deutsche Einheit Nr. 8.2 ist im Betrieb

Im Bereich Schiene ist nun die VDE Nr. 8.2 fertiggestellt: eine 123 Kilometer lange Neubaustrecke von Ebensfeld über Erfurt bis Leipzig/Halle. Damit hat Deutschlands modernste Bahnstrecke den Betrieb aufgenommen. Die große Besonderheit des Projekts: Die gesamte Strecke ist mit ETCS-Level2 (European Train Control System) ausgerüstet, einem System, das die Kommunikation zwischen Zug und Stellwerk ermöglicht – ganz ohne ortsfeste Außensignale. Über Mobilfunk (GSM-R) erhält die Streckenzentrale Informationen über Position und Richtung des Zuges und gibt Fahr- und Haltebefehle zurück. Damit sind Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometern pro Stunde und kürzere Fahrabstände möglich.


(VDE 8: Der Film zum Projekt Aus- und Neubaustrecke Nürnberg–Berlin)

Seit 2006 ist bereits die VDE Nr. 8.3 in Betrieb, die Ausbaustrecke zwischen Berlin und Leipzig/Halle. Sie halbiert bereits die Reisezeit zwischen den Verbindungszielen auf rund eine Stunde. 2017 soll schließlich die VDE Nr. 8.1 in Betrieb gehen, die Neubaustrecke zwischen Nürnberg und Erfurt. Zusammen entspricht die VDE 8 einer Gesamtlänge von 500 Kilometern zwischen Nürnberg, Erfurt, Halle, Leipzig und Berlin. Die Fahrtzeit zwischen München und Berlin soll ab dem Abschluss des Projekts VDE Nr. 8 unter vier Stunden betragen.

ESE GmbH hat zu dem „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ beigetragen.

Um die Kommunikation zwischen Zug und Stellwerk auf der Strecke zu ermöglichen, hat die ESE GmbH die Anwendungssoftware für einen Adapterrechner entwickelt. Der Adapter ist ein bidirektionaler Protokollumsetzer, der mehrere stellwerkseitig genutzte Protokolle in das vom Siemens RBC (Radio Block Center) verwendete Protokoll umsetzt. Dabei übernimmt die Anwendungssoftware des Adapters auch funktionale Anteile, wie zum Beispiel jegliche Stellwerksänderungen, die auf RBC-Seite zum Erzeugen, Ändern oder Rücknehmen von Fahrbefehlen verwendet werden.